31.01.2026
Ian Nicholas Wood
EUROPE IN LATE ANTIQUITY
Europa in der Spätantike, wie zu ihrer Epoche datiert von 250 bis 750 n.Chr., steht primär für den Wandel des klassischen und insoweit romanisch geprägten Kulturwesens ins frühe Mittelalter – also die kontinentale Ablösung der „römischen Weltordnung“ in künftige autokratische Herrschaftsformen. Dieser „Fortgang“ hatte massive ethnische, kulturelle und religiöse Entwicklungen zur Folge, darunter die germanische Völkerwanderung, der Aufstieg des Christentums, die Bildung kontinentaler Nachfolgestaaten und die Institutionalisierung der Kirche.
Hierüber hat der Historiker Ian Nicholas Wood im 43. Band der Reihe „Oldenbourg Grundriss der Geschichte“ ein sicherlich lang ersehntes Kompendium vorgelegt.
Seine englischsprachige Aufarbeitung Europe in Late Antiquity bietet aus dieser rund 500-jährigen Epoche eine fundierte Darstellung von entscheidenden politischen, sozioökonomischen und religiösen Vorgängen. Für alle Studierenden, Privatgelehrt[inn]en, Dozent[inn]en und Forscher*innen ist Woods Buch auch deswegen eine sehr wertvolle Ressource, weil er zu fast allen richtungsweisenden Ereignissen nicht nur ihre vor- und nachgeschichtlichen Hintergründe verdeutlicht, sondern dazu auch substanzielles Quellenmaterial einerseits aus der Geschichtsschreibung, andererseits aus der textkritischen Forschung anführt.
Wer sich mit umfassender Historizitätsforschung rund um die germanische Heldensage – darunter unser Kernforschungsfeld „Thidrekssaga“ befasst – wird um dieses vergleichsweise erschwingliche Buch aus der De-Gruyter-Verlagsgruppe wohl nicht herumkommen.
Leider vermissen wir zu diesem klar strukturierten Nachschlagewerk mit seinen hilfreichen vier Indexen „Authors“ (zur Forschungsbibliografie) – „People“ – „Places“ und „Subject“ (Schlagwörterverzeichnis) eine deutschsprachige Ausgabe. Trösten wir uns damit, dass Wood auch in dieser Veröffentlichung trefflich prononciert und leicht verständlich formuliert.
Rolf Badenhausen
Mehr über den Inhalt...
Erschienen bei: De Gruyter Oldenbourg, 2025.
Umfang
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393 Seiten, 3 Karten
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ISBN-10
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3110352648
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ISBN-13
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978-3110352641
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eBook ISBN
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9783110352658
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https://doi.org/10.1515/9783110352658
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