Auf diesen von Horst Braukmann verfassten Beitrag hat uns kürzlich unser Forum-Mitglied Reinhold A. Mainz aufmerksam gemacht. Braukmanns Aufsatz verdeutlicht insbesondere die Bedeutung des römischen Wege- und Lagernetzes nicht nur für den Bleibergbau im Briloner Raum und die Bleiverarbeitung im Hellweg-Lippe-Raum, z.B. in Soest-Ardey – insoweit im (späteren) „Hunaland“ der Thidrekssaga.
Römisch-„westfälischer“ Bleibarren. Fundort: Römerlager Haltern am See, datiert um Christi Geburt.
Er trägt zwei Inschriften: CCIII steht für sein Gewicht von 203 römischen Pfund (umgerechnet rund 66 kg), gefolgt von L XIX für die 19. Legion, die unter Arminius in der Varusschlacht aufgerieben wurde.
Foto: Stefan Brentführer, LWL.
Bildfreigabe: CC BY NC SA 4.0.
Unsere Buchbesprechung, 1. Februar 2026
Mitgliederversammlung
und Fachtagung
2025/2026
Freitag, 10. April bis Sonntag, 12. April 2026
Tagungsstätte Haus des
Jugendrotkreuzes
Heimstraße 22, 53902 Bad Münstereifel
Gäste sind nach Voranmeldung willkommen, keine
Tagungsgebühr!
Motto: Reise ins Land der Niflungen
Unsere
grundsätzlichen Veranstaltungsschwerpunkte zu den Vorträgen und
Exkursionen – wiederum im „Eifel- und Neffelgau“
– werden sich auch diesmal um das komplexe Themenfeld „Niflungen
„und“
Nibelungen“ drehen.
Info
Inhalt des Fensters
Programm der Fachtagung
Samstag
11. April 2026
8:15-9:00
Frühstück (Buffet)
9:00-9:15
Edo Oostebrink:
Begrüßung und einleitende Worte zum Ablauf der Tagung
9:15-9:45
Edo Oostebrink:
Mittelalterliche Gaue/Gaugrenzen im Zusammenhang mit der Thidrekssaga
9:45-10:30
Rolf Badenhausen:
»iverne« ist nicht Dietrichs Bern
10:30-10:45
Kaffeepause
10:45-11:30
Karl Weinand: Virnich
und/oder Vernich, und die Bedeutung von Nievenheim für die Thidrekssaga
11:30-12:00
Edo Oostebrink: Einführung
zur Exkursion am Nachmittag
12:00-13:00
Mittagessen-Buffet
ab 13:00
Exkursion ins Land der
Niflungen; Thidrekssaga-Orte in der Umgebung von Münstereifel mit
Schwerpunkt Zülpich (Auswahl):
Burg Firmenich → Virnich → Enzen (röm. Sarkophage) → Römisches Museum Zülpich (ca. 15:00 Uhr) →
Burgruine Groß-Vernich und/oder Burg Ringsheim
18:00-18:45
Abendessen (Buffet)
Sonntag 12. April 2026
8:15-9:00
Frühstück (Buffet)
9:00-9:45
Reinhold A. Mainz: Die Ermordung des Bischofs Servatius – ein Überfall der Hunen auf
Maastricht im 4. Jahrhundert
9:45-10:00
Kaffeepause
10:00-10:45
Dr. Ulrike Ritter: Textuelle und historische Zeitlichkeit in der Nibelungenhandschrift B (St. Gallen) und der Nibelungenhandschrift b (Kodex Hundeshagen)
11:00-12:00
Exkursion zur römischen Kalkbrennerei bei Iversheim
12:00
Mittagessen-Buffet
Ende der Veranstaltung/Tagung
Die angegebenen Zeiten sind variabel. Änderungen der Termine und Vorträge vorbehalten.
Anmeldung Ihre Anmeldung zu unserer Tagung erbitten wir bis spätestens zum 26. März 2026 an unsere TagungskoordinatorenEdo Oostebrink,
Karl WeinandundRolf Badenhausen. Da wir bereits aktuell mit einer gemeldeten zweistelligen Zahl an Teilnehmer*innen
rechnen müssen, bitten wir um Beachtung, dass uns die Tagungsstätte ein begrenztes Kontingent
an Einzel- und Doppelzimmern zur Verfügung gestellt hat.
Angebote und Preise (nur für angemeldete Teilnehmer*innen) Übernachtungsoptionen
• Einzelzimmer pro Übernachtung mit Du/WC/W-LAN 46,15 €
• Doppelzimmer pro Übernachtung mit Du/WC/W-LAN 65,50 € (32,75 € pro Person)
Mahlzeiten(Preise nur für Vollpension)
• Frühstücksbuffet10,00 €
• Mittagsbuffet 16,50 €
• Abendbuffet 12,50 €
Die Übernachtungs-, Verpflegungskosten und Kurtaxen (1 € pro
Tag / Person) werden dem Verein in Sammelrechnung gestellt.
Die Teilnehmer*innen der Tagung rechnen mit dem Verein danach separat ab.
(Google verwendet u.a. Ihre IP-Netzadresse als „Mein Standort“)
„Zur Dialektik: Neffelgau“
Die ca. 10 km westlich von Burg Virnich (vgl. „Vernica“
in der Sage) entspringende Neffel haben der Historiker Franz
Joseph Mone und nach ihm
Heinz Ritter-Schaumburg mit der Herkunft und Region der „Nefflungen“ als die altnordisch
bezeichneten „Niflungen“ in Verbindung gebracht. Auf der
Tranchot-Müffling-Karte
(1803–1820) findet sich die Neffel als flumen (= Fluss oder „Strom“)
vermerkt.
Für die Kernregion des von Ritter-Schaumburg
formulierten „Neffelgaus“
spricht somit der pagus Tulpiacensis,
der mittelalterliche Zülpichgau.
Mone schreibt:
„Aus
der Wortbedeutung erklärt sich leicht, warum der Name auch für Flüße
gebraucht wurde. Der Neffelbach entspringt bei Glein(Mone meint wahrscheinlich
den damaligen Gutshofnamen gelegen „In der Ba[a]de Nr. 1“), geht an Zülpich
und Guntersdorf (jetzt Junkersdorf) vorbei und fällt bei Kersten in die Erft und mit dieser
bei Neuss in den Rhein. Der
Zusammenhang mit der Sage läßt sich hier schwerlich ableugnen. In die
Erft geht auch die Gile, der Gilbach, die bei dem Dorfe Gil entspringt. Sie heißt alt Gilibech und darnach der Gau Giliovi pagus.“(Untersuchungen zur Geschichte der
deutschen Heldensage, 1836, S. 30)
Man vergleiche dazu aber auch den Namen des mhd.
überlieferten Nibelungenvaters Gibich
(vgl. lat. Gibica) mit dem aus den
Heldenliedern der nordischen EDDA
gleichgesetzten Gjúki, der dem Gifica des in Altenglisch verfassten
Heldengedichts Widsith
entsprechen soll. Nur wenig vor der Entstehungszeit der Waltharius-Dichtung findet sich ihr fränkischer Gibicho in die früheste verfügbare
Abschrift (9. Jahrhundert) der Lex
Burgundionum hineingeschrieben, eine bis ins 5. Jahrhundert
zurückreichende Gesetzessammlung mit Ergänzungen (Liber Constitutionum).
Heinz Ritter-Schaumburg, der in seinen
Veröffentlichungen an keiner Stelle auf Mone hinweist, schreibt zur
Herkunft und Namengebung der Niflungendynastie:
„Es
läßt sich annehmen, daß die Niflungen, die in der altschwedischen
Handschrift »Nifflunge, Nyfflunge, Nyfflinge, Nöfflinge, Nafflinge«
heißen, von dieser NEFFEL ihren Namen erhalten haben, so wie bei
Tacitus die Ampsivarier von der Ems, die Huntuarier von der Hunte ihren
Namen hatten. »Nifflungaland = Nifflun-ga-land =
NEFFEL-GAU-LAND«“. (Die Nibelungen zogen nordwärts, S.
98)
▲ Der
neue BERNER Heft 105 – DER BERNER digital von Karl Weinand und Rolf Badenhausen (Co-Redakteur)
ist am 15.02.2026 erschienen. EinBlick
in die aktuelle BERNER-Ausgabe...